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Donnerstag, 16. Februar 2012
Donnerstag, 16. Februar 2012
Mondland
Timanfaya. Wir machen eine Bustour. Ein junges Pärchen sitzt neben uns und bestaunt die Lavalandschaft. Der Lautsprecher erklärt, wie das alles während der Vulkanausbrücke mit Lava zugedeckt wurde. Sie: »Ist das hier tatsächlich alles Lava? Das ist ja ganz schrecklich!« Er: "Ich glaube, das war vorher schon eine Steinwüste und als die Vulkanausbrüche kamen, gab es noch ein bisschen Lava dazu. Anders kann ich mir das Ganze nicht erklären.«
Ich dränge, ich wolle noch nach Famara fahren. Als wir das letzte Mal – vor 20 Jahren – auf dem Mondland waren, hatte mich meine Starka in Famara mit einem Bonbon bestochen, damit ich hysterisch werde und mich weigere an den Strand zu gehen. Ich will wissen, was ich damals verpasst hatte. Der Strand: ganz nett. Viel angeschwemmtes Grünzeug, Surfer, grosse Wellen. Und Vögel!
Irgendwann sitze ich in der Hotellobby und bearbeite das Apfelphon. Ein älteres Ehepaar setzt sich dazu, sie holen ein Scrabble hervor und fangen an zu spielen. Auf einmal meint sie dann zu ihm: »Sag mal, sollten wir sie nicht fragen, ob sie mitspielen möchte?« Er: »Schau sie dir doch an, so amerikanisch, wie sie aussieht, wird sie doch kein Deutsch können.« Und er fängt an, sich über mein ach so amerikanisches Aussehen auszulassen. Beim Weggehen wünsche ich den beiden in schönstem Hochdeutsch noch viel Spass beim Spielen. Er läuft hochrot an. Sie: »Ich hab's dir doch gesagt!«
Arrecife. Das archäologische Museum. Vor der Burg hat es eine grosse Tafel mit Überschrift »museo arceologico«. Die Burg: verlassen. Als ob es da niemals ein Museum gegeben hätte. Die Türen verschlossen, der Weg von der Brücke zur Burg mehr ein Trampelpfad (auf dem ich mich selbstverständlich gleich mal auf den Boden werfe – sehr zur Erheiterung der Mutter).
Am Flughafen bei der Durchgangskontrolle nimmt mich ein Zollbeamter beiseite. Er sagt etwas, das sich so anhört, als spräche er eine uralte Stammessprache. Ich frage ihn, ob er nicht Englisch sprechen könne. Er wiederholt seinen Satz mit zunehmender Eindringlichkeit und spielt mit seinem Schlagstock. Ich überlege fieberhaft, was ich denn so furchtbar Böses dabei haben könnte, bis mir einfällt, dass mir die Mutter im Hotel noch was ins Handgepäck gesteckt hat. Ich öffne die Tasche und sehe das Übel: eine volle Halbliterflasche Wasser. Der Zollbeamte sichtlich erfreut, dass ich ihn endlich verstanden habe, nimmt die Flasche und entsorgt sie.
***
Ich dränge, ich wolle noch nach Famara fahren. Als wir das letzte Mal – vor 20 Jahren – auf dem Mondland waren, hatte mich meine Starka in Famara mit einem Bonbon bestochen, damit ich hysterisch werde und mich weigere an den Strand zu gehen. Ich will wissen, was ich damals verpasst hatte. Der Strand: ganz nett. Viel angeschwemmtes Grünzeug, Surfer, grosse Wellen. Und Vögel!
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Irgendwann sitze ich in der Hotellobby und bearbeite das Apfelphon. Ein älteres Ehepaar setzt sich dazu, sie holen ein Scrabble hervor und fangen an zu spielen. Auf einmal meint sie dann zu ihm: »Sag mal, sollten wir sie nicht fragen, ob sie mitspielen möchte?« Er: »Schau sie dir doch an, so amerikanisch, wie sie aussieht, wird sie doch kein Deutsch können.« Und er fängt an, sich über mein ach so amerikanisches Aussehen auszulassen. Beim Weggehen wünsche ich den beiden in schönstem Hochdeutsch noch viel Spass beim Spielen. Er läuft hochrot an. Sie: »Ich hab's dir doch gesagt!«
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Arrecife. Das archäologische Museum. Vor der Burg hat es eine grosse Tafel mit Überschrift »museo arceologico«. Die Burg: verlassen. Als ob es da niemals ein Museum gegeben hätte. Die Türen verschlossen, der Weg von der Brücke zur Burg mehr ein Trampelpfad (auf dem ich mich selbstverständlich gleich mal auf den Boden werfe – sehr zur Erheiterung der Mutter).
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Am Flughafen bei der Durchgangskontrolle nimmt mich ein Zollbeamter beiseite. Er sagt etwas, das sich so anhört, als spräche er eine uralte Stammessprache. Ich frage ihn, ob er nicht Englisch sprechen könne. Er wiederholt seinen Satz mit zunehmender Eindringlichkeit und spielt mit seinem Schlagstock. Ich überlege fieberhaft, was ich denn so furchtbar Böses dabei haben könnte, bis mir einfällt, dass mir die Mutter im Hotel noch was ins Handgepäck gesteckt hat. Ich öffne die Tasche und sehe das Übel: eine volle Halbliterflasche Wasser. Der Zollbeamte sichtlich erfreut, dass ich ihn endlich verstanden habe, nimmt die Flasche und entsorgt sie.
Sonntag, 15. Januar 2012
Sonntag, 15. Januar 2012
Der Mietwagen, in erbsengrün!, quiekt. Und das in einer Lautstärke! Wir sind uns uneinig, ob das nun von den Bremsen oder von was ganz anderem kommt. Dem Vermieter versuche ich es auf alle erdenklichen Weisen zu erklären. Nur ist er des Englischen kaum mächtig. Ich des Spanischen ebensowenig. Schlussendlich sage ich dann, in meinem verzweifelten Versuch adäquate Umschreibungen zu finden, das Auto mache Geräusche wie eine Maus. Das versteht er dann. Und findet es lustig. Was dazu sagen, kann er indes auch nicht. Ist halt so. Dann hätten wir eben ein Mäuse-Auto, meint er und kann nicht aufhören zu lachen. Mujeres!
Samstag, 14. Januar 2012
Und auf einmal sassen wir im Flugzeug. Hatten bis zuletzt nicht geglaubt, dass tatsächlich nichts dazwischen kommen würde, uns keine dringlichen Erledigungen in letzter Sekunde davon abhielten. Die Mutter überaus glücklich, endlich wieder mit mir in den Urlaub zu können; ich zwiespältig. Die Befürchtungen erwiesen sich als unbegründet. Zumindest bis jetzt. Man will ja nicht zu kritisch sein.
Im Vorfeld über das Hotel lesend, hatte ich befürchtet, es würde dem ähneln, was ansonsten eher beim Geocashing angetroffen wird - auch diese Befürchtung erwies sich als unbegründet. An manchen Orten mussten freilich beide Augen geschlossen werden und bei den Betten half nicht mal das:auch Holzbretter fühlen sich weicher an. Aber ansonsten. Ganz nett. Und erst die Tauben! Die Hotelkatze! Ich schmiedete Pläne, wie ich beide im Handgepäck entführen könnte. Aber damit wäre das wohl so eine Sache gewesen.
Die Hotelgäste. Eine Spezies für sich. Schlagen sich erst die Teller übervoll, um dann die Hälfte stehen zu lassen und sich Nachschlag von was anderem zu holen. Degoutant. Die Bedienung macht auch – hinter dem Rücken der Gäste, selbstredend – eine angewiderte Miene und bedient uns, die immer schön brav alles aufessen – scheinbar – bevorzugt. Zumindest anfangs. Als ich dann plötzlich, ich weiss nicht wie, einen Teebeutel zerreisse und dessen Inhalt über den ganzen Tisch schütte, werden wir mit Ignoranz gestraft.
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Im Vorfeld über das Hotel lesend, hatte ich befürchtet, es würde dem ähneln, was ansonsten eher beim Geocashing angetroffen wird - auch diese Befürchtung erwies sich als unbegründet. An manchen Orten mussten freilich beide Augen geschlossen werden und bei den Betten half nicht mal das:
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Die Hotelgäste. Eine Spezies für sich. Schlagen sich erst die Teller übervoll, um dann die Hälfte stehen zu lassen und sich Nachschlag von was anderem zu holen. Degoutant. Die Bedienung macht auch – hinter dem Rücken der Gäste, selbstredend – eine angewiderte Miene und bedient uns, die immer schön brav alles aufessen – scheinbar – bevorzugt. Zumindest anfangs. Als ich dann plötzlich, ich weiss nicht wie, einen Teebeutel zerreisse und dessen Inhalt über den ganzen Tisch schütte, werden wir mit Ignoranz gestraft.
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